Sonntag, 21. Februar 2010

Der freie Wille...

führte mich am Samstag zur Abendgestaltung in die Mecklenburger Provinz, genauer gesagt in die Vier Tore Stadt Neubrandenburg. Hier spielten die Schwedenjungs von Friska Viljor. Es war ein wenig so, wie zu längst vergangenen Zeiten, als man an jedem Wochenende Kilometer mit dem Auto fraß, nur um der Ödnis Zuhaus zu entgehen und die noch bessere Party und das noch bessere Konzert mitzunehmen.
Der Güterbahnhof in Neubrandenburg ist eine langweilig, kleinstädtisch, gut gepflegte Location mit schlecht bestückter Bar, jedoch Preisen, die das schnell vergessen machen. Die Menschen vor Ort waren unanstrengend und unaufgeregt, was dem Abend eine Menge Entspannung verpasste, denn anders als in Big B ist man nicht die gesamte Zeit über mit der Präsentation seiner eigenen Projektionsfläche beschäftigt. Die Mischung macht es eben.
Die erste Vorband, deren Namen ich vergessen habe, präsentierte hübschen Gitarrenpop, den man auch schnell wieder vergisst und den ich lieber in einem kleinen Kellergewölbe hören möchte, um anschließend bis zum Morgengrauen um ein kleines Feuer zu sitzen und Melancholie zu stilisieren.
Darauf folgten 4 Schwedendamen, welche direkt aus dem schwedischen Feenwald gekommen zu sein schienen, langes Blondhaar, zauberhaufte Gesichter und Frontfrau Lena Malmborg gesegnet mit einer schönen, unterhaltenden Stimme.


Gegen 23 Uhr dann traten endlich die Blondhaarzottel Friska Viljor auf.



Was soll ich groß sagen, das Rad der Musik haben sie nicht neu erfunden, jedoch sind sie eine unterhaltsame Mixtur aus Falsettstimme, Dramatik im Songaufbau, ein Sammelsurium an instrumentaler Begleitung und durch die temporäre Unterstützung der Feendamen, wirken sie wie eine sympathische große Familie und das lässt mich jetzt ganz fest planen, Deutschland den Rücken zu kehren, nach Schweden zu ziehen und mich vollends dem demokratischen Sozialismus, schönen Kleidern, schönen Menschen und einem dort angemessenen Arztgehalt widmen.
Der Schwedischkurs ist beinah schon gebucht.

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