Dienstag, 24. Mai 2011

***

Wenn Autonome Gruppierungen oder betrunkene Teenager oder wer auch immer Kabel der Bahn am Ostkreuz in Brand setzen, dann muss ich auf mein Auto zurückgreifen und den RE1, RE1 sein lassen. Dann widme ich meine Aufmerksamkeit auf beiden elend langen 97 Kilometern zur Klinik hin und wieder zurück neben dem Verkehr, des Fahrens nicht mächtiger Damen und oder Herren, dem Radio. Dann höre ich mal Radio 1 und mal Motor FM. Es gibt nämlich nicht allzu viele Radiosender, welche mir nicht nach spätestens einer halben Minute dermaßen auf die Nerven gehen, dass ich beim im Fußraum Umherwühlen nach einer passenden CD beinah ein Verkehrschaos verursache. Und das solltest du mein lieber T. dann bitte nicht gelesen haben, denn wenn ich nach Hause komme, lege ich die Cd´s ganz brav zurück in den Stapel.
Auf diese Weise habe ich jetzt schon den Einen oder Anderen vom Aussterben bedrohten Song gehört, denn es gibt da auf Radio 1 das Bermuda Dreieck. Musikliebende Menschen unter uns schreiben an die Redaktion, beschwören Ihre Liebe zu einem im Radio nicht mehr gespielten Song und wenn das noch nett mit einer Geschichte umrahmt ist, wird er dann mal wieder gespielt. Heute Morgen war es ein "Katastrophensong" und spätestens nach diesem Post habe ich ihn bereits vergessen. Interessant ist die Idee trotzdem.

Auf meinem Heimweg gab es heute eine Buchbesprechung. Und davon erzähl ich mal.
Da gibt es einen homöopathisch arbeitenden Tierarzt, der ist verheiratet mit einer die Hand auflegenden Dame. Diese beiden verbreiten jetzt gemeinsam in einem Buch (ich nenn den Titel nicht und Punkt) ihre gesammelten Weisheiten über die magische Verbindung zwischen Mensch und Haustier und wie man daraus am besten Kapital schlagen kann. In unserem so haustierfreundlichen Land gibt es ja einigen Unsinn an Dingen, die es dem Haustierbesitzer leichter machen, seinem Liebling zum Menschen neben sich zu machen. Ich habe nichts gegen Haustiere. Gar nicht. Nö. Hatte selbst mal den tollsten Hundedude der Welt, bin gelegentlich Aushilfshundemutti und bald darf ein Vierbeiner bei uns Zuhause auf dem Sofa herumfletzen. Was dieses Paar sich da allerdings ausgedacht hat, ist einfach nur unglaublich dämlich und doch auch clever zugleich. Clever, weil sie garantiert ne Menge Asche damit machen, dämlich, weil es an den Haaren herbeigezogener Blödsinn bar jeden Ansatzes einer Erklärung ist.
Der homöopathisch wirkende Tierarzt behauptet, das Haustier spiegelt den emotionalen Zustand seiner Herrchen. Heißt nicht, der Mensch ist nervös, also ist es Waldi auch, nein Waldi bekommt deshalb Gallensteine oder eine Gastritis und das passiert durch energetische Wellen. Wie bitte? Wie sehen die denn aus? Riechen die oder sind die warm, wenn es um Wut geht und sind kalt, wenn der Besitzer ein fieses Schwein ist. In der Welt des Tierarztes erfüllt das Haustier eine Aufgabe. Es ist der Katalysator für unsere verkorksten emotionalen Haushalte. Der Gipfel ist, hat Wuffi oder Mietzie Krebs, dann liegt das am stets so wütenden Besitzer. Der ist schuld. Basta. Wenn Hundemutti ewig Mutti ist und keine neue Rolle im Leben annehmen kann, bekommt Asta die Pudeldame Brustkrebs. Der Tierarzt heilt dann durch, ich habe es nicht verstanden und tada jetzt kommt die handauflegende Wahnsinnsfrau in das Spiel, diese heilt die Besitzer. Sie legt ihre Hände auf und alles wird gut. Potzblitz. Wie einfach doch unser Leben ist. Und Geld, bestimmt ein recht ansehnlicher Betrag, gibt es auch dafür.

Genug der Worte. Ich suche jetzt weiter nach dem passenden Welpen für unseren Haushalt voll Emotionen. Wie gut, dass hier nur Liebe regiert!

Kommentare:

Earny from Earncastle hat gesagt…

klingt nach einem interessanten Buch!
übrigens: auf meinem Blog habe ich heute zum Bücher-Tausch aufgerufen - gerade das richtige für Leseratten! ;) alle sind herzlich eingeladen mitzumachen..
herzlichst, Earny

kirschenkind hat gesagt…

Au weia, das hört sich nach einem großartigen Teil an. Wie schön, dass das Leben so einfach ist. Monokausalität ist einfach großartig!
Liebe Grüße, der lieben J!