Dienstag, 14. Januar 2014

6 Wochen ....

waren das Badezimmer und ich nun nicht ganz freiwillig eng miteinander verbunden. Solch anhaltende Übelkeitstattacken hatte ich bisher weder erlebt, noch konnte ich mir in dieser Zeit vorstellen, dass es nun dann doch endlich mal wieder besser werden könnte. Zumal doch alle Welt oder zumindest viele Frauen immer mit einem so glückseligen Lächeln schwanger durch die Welt laufen. Ich mach es kurz, denn ich will diese Zeit nicht in allen Einzelheiten beschreiben. Nachdem ich nun eine Ahnung bekommen hatte, wie das wohl sein muss, wenn man kaum noch aus dem Bett kommt und beinah depressiv wird, es ging irgendwann wieder bergauf und ich konnte dann sogar meiner wirklich geliebten Arbeit nachgehen.

Halt, beim letzten Post war ich ja stehengeblieben, als ich meinem Liebsten, wohl etwas unsensibel mitten im 24 Stunden Dienst per Telefon mitteilte, dass ich schwanger sei. Am kommenden Morgen holte er mich vom Bahnhof ab, begleitete mich zur Gynäkologin und sein erster Kommentar, nachdem das Ergebnis bestätigt wurde war: "Kaffee trinken kannst du jetzt ja vergessen".
Nachdem ich zuvor im Dienstbett ein paar Stunden bereits alle ersten angstvollen Gedanken zur Seite geschoben hatte, um dem Glücksgefühl ganz viel Platz einzuräumen, war es nun mein Liebster, der seine Ängste mit mir besprach. T. ist freischaffender Künstler und versucht den oft sehr schwierigen Spagat zwischen etwas arbeiten, um zum Leben beizutragen und doch ausreichend Zeit für die Kunst aufbringen. Er äußerte nun berechtigte Ängste. Was, wenn es nun nicht mehr weiterginge? Wie zeitlich alles unter einen Hut bringen und dabei sich selbst nicht vergessen? Wovon leben mit Kind? 
Es hat lang gedauert, bis T. in all den Fragen eine gewisse Lockerheit zurückerlangte und auch ein paar  Antworten gewann. Ich kann sagen, noch heute gehören diese Fragen zu unserem Alltag und das geht wohl allen oder vielen Eltern nicht anders. Vielleicht ist es auch ganz gut so.

Zweifel an der Entscheidung ein Kind zu bekommen hatten wir nie, nur fiel es uns schwer, den berühmten Zeitpunkt zu bestimmen oder ihn zu erkennen. Vielleicht ist es auch eines dieser berühmten Märchen des Lebens und den rechten Moment gibt es einfach nicht. Ein Kind kommt, wann es kommt und es verlangt Bedacht, Organisationstalent, Mut und ganz viel und vor allem Liebe! Wir waren und sind unglaublich glücklich, anders als je zuvor, und so zufrieden mit dem Leben in dem unser kleines Mädchen nun der Mittelpunkt ist.

J.


1 Kommentar:

Bell Knopf hat gesagt…

sehr schön geschrieben.
die Sache mit der Übelkeit ist mir noch recht gut im Gedächtnis hängengeblieben. ;)
& mal schauen, vll. halte ich ganz bald auch so ein kleines Wunder in den Händen.

Liebst,
B.