Sonntag, 12. Januar 2014

September 2012

Der September 2012 sollte eine Art Schicksalsmonat oder sagen wir mal Weichensteller sein. Angang September suchte ich aus einem inneren Antrieb heraus meine Frauenärztin auf. Das Thema "Kind" wurde unverzüglich durch sie angesprochen und der Ultraschall bestätigte einen seit Jahren bestehenden, kaum jemals ausgesprochenen Verdacht auf das PCO Syndrom. Im Grunde ist das eine Symptomsammlung welche bei den meisten Frauen mit Unfruchtbarkeit einhergeht. Meine Gynäkologin riet mir, die jahrelang eingenommenen Kontrazeptiva erst einmal abzusetzen und die ganze Sache wenn möglich entspannt anzugehen. Die Pille abgesetzt habe ich dann erst Ende September, allerdings mit gemischten Gefühlen, denn es fühlte sich nun an, wie ein Test auf Alles oder Nichts und ich erwartete Hautprobleme, welche leider eine Begleiterscheinung des PCO's sind. Mein Mann nahm alles viel gelassener und weniger von wenn und aber Gedanken an. Ein Besuch in einer Spezialpraxis für Kinderwunsch endete damit, dass wir gemeinsam beschlossen, all die Möglichkeiten der Behandlung eher nicht in Anspruch nehmen zu wollen. Wir konnten uns wohl einfach nicht vorstellen, den Körper, meinen Körper, als eine Art Maschine zur Kindeserzeugung zu sehen. Das klingt härter, als es gemeint ist. Ich respektiere jede Frau, die sich dafür entscheidet. Das ist ein mutiger Schritt. Ich hatte viel zu viele Bedenken. In der Folgezeit plagte ich mich mit dem Gedanken herum, unvollständig, nicht funktionierend zu sein. Da mein Mann sich jedoch von diesen, möglicherweise etwas ängstlich hysterischen Gedanken nicht anstecken ließ, nahmen diese ab und ich schob alles etwas in den Hintergrund. Nach einer heftigen Lungenentzündung im Dezember 2012 hatte ich im Januar eine Art emotionales und physisches Überhoch. Genau beschreiben kann ich es gar nicht. Berechnungen zufolge, welche ich viel später anstellte, ist in dieser Zeit unser kleines Mädchen entstanden. Im Februar, während eines Bereitschaftsdienstes, nachdem ich bereits am Wochenende zuvor Veränderungen an meinen Brüsten bemerkt hatte, sie waren geschwollen und fühlten sich schwer an, folgte ich einem
Instinkt und den Worten einer ehemaligen Kinderkrankenschwester aus unserer Klinik. Sie hatte bemerkt, dass ich etwas hibbelig war und am Arzneischrank die Schwangerschaftstests anstarrte. Sie drückte mir einen in die Hand und meinte, wenn Dein Gefühl es Dir ganz sicher sagt, dann mach den Test. So soll es sein.
Und ich lief im Eilschritt auf die Toilette, konnte es kaum aushalten. Das Ergebnis zeigte sich umgehend als nicht zu ignorierend positiv. Voller seltsamer freudig erregter Gefühle rief ich meinen Mann an und es brach nur so aus mir heraus: Du ich glaube, ich bin schwanger. Nein also ich weiß es und der Test hat es soeben bestätigt.

To be continued...

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